Pater Wilczek wirkt künftig als Provinzökonom der Mitteleuropäischen Provinz der Oblatenmissionare, Pater Rehbock hatte der Provinz bislang als Provinzial vorgestanden. Zur Mitteleuropäischen Provinz gehören Deutschland, die Tschechische Republik und Österreich.
29 Ordensbrüder leben derzeit im Bonifatiuskloster Hünfeld, das nach Ansicht des „alten“ und „neuen“ Superiors auch künftig eine „Oase der Stille, der Orientierung und der Gemeinschaft“ sein soll. Die Geschichte des Klosters beginnt im Jahr 1895, als die Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria (OMI) das Anwesen in der osthessischen Kleinstadt übernahmen. Mit ihrem missionarischen Auftrag und ihrer offenen, volksnahen Spiritualität fanden sie schnell Resonanz – sowohl in der Region als auch weit darüber hinaus.
Das Bonifatiuskloster gilt als Mutterhaus der mitteleuropäischen Provinz der Oblaten und ist ein wichtiges geistliches Zentrum mit jährlich knapp 20.000 Tagungsgästen, die aus der ganzen Welt nach Hünfeld kommen. Getreu dem Leitmotiv „Gott verbunden und nah bei den Menschen“, wie Pater Felix formuliert. Gerade in diesen politisch-gesellschaftlich bewegten Zeiten sei man bestrebt, Orientierung zu bieten. Auf Familien werde dabei ein besonderes Augenmerk gelegt. Unter anderem dabei, Eltern zu helfen ihren Kindern Gott näher zu bringen. Ebenso wollen die Oblaten den Familien Orientierung geben und helfen ein Fundament in der christlichen Erziehung zu legen.
„Wir bezeichnen uns als ‚unaufgeregt katholisch‘“, unterstreichen die Patres Rehbock und Wilczek. Und schicken gleich noch eine Selbst-Charakterisierung des Bonifatiusklosters hinterher: „Be-beteter Raum“. Die Klostergemeinschaft spielt bis heute eine wichtige Rolle in der Seelsorge, Missionsarbeit, Volksmission und Exerzitien.
Und wo liegen aktuell Problemfelder und Herausforderungen? Eindeutig hier die Antwort: „Bei den Finanzen“. Denn Orden müssen ohne Kirchensteuer auskommen, sind auf praktische und finanzielle Unterstützung angewiesen – oder auf ehrenamtliches Engagement. Gerade dafür sind die Hünfelder Klosterverantwortlichen den Menschen in der Region sehr dankbar und freuen sich natürlich über jede weitere helfende Hand.
Überhaupt ist die Verbundenheit der Menschen zu „ihrem“ Bonifatiuskloster sehr groß. Ein Beispiel für tatkräftiges ehrenamtliches Helfen ist das inzwischen 40. Klosterparkfest, dessen Ursprung in einem Fest für die Mission von den Klostermessdienern liegt. Apropos Verbundenheit: Weihbischof Prof Dr. Diez nimmt schon immer regen Anteil am klösterlichen Leben des OMI-Ordens: Während seiner Promotion lebte er im Ordenskloster in Mainz. Der Ordensgründer, der heilige Eugen von Mazenod, ist zudem in Diez‘ apostolischer Sukzession.
Doch zurück zur Historie: In den folgenden Jahrzehnten nach seiner Gründung entwickelte sich das Kloster zu einem bedeutenden Zentrum für Ausbildung, Seelsorge und internationale Missionsarbeit. Während des Ersten Weltkriegs diente es als Reservelazarett, 1930 wurde das Kloster erweitert. Im Dritten Reich wurde die Gemeinschaft 1941 enteignet und die Oblaten vertrieben. Die Nationalsozialisten entwenden Bücher aus der Klosterbibliothek und schafften sie nach Berlin, sakrale Gegenstände konnten von Hünfelder Bürgern gerettet werden. Besonders in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg spielte Hünfeld aber wieder eine wichtige Rolle bei der Ausbildung junger Missionare und dem Wiederaufbau kirchlicher Strukturen in vielen Teilen der Welt.
Die Ordenshochschule wurde allerdings 1971 geschlossen und die Ausbildung der Oblaten in Mainz fortgesetzt. Seit Mitte der 1970er Jahre beherbergt das Kloster das Noviziat, seit 1981 gibt es eine Pflegestation für ältere Mitglieder des Ordens. 2003 wurde mit dem Jugendbüro die Jugendarbeit und seit 2019 die Kinder und Familienseelsorge durch die Oblatenmissionare als ein Schwerpunkt gesetzt.
Nicht zu vergessen der zweite Jubilar, die Klosterkirche. Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Bonifatius, ist eine dreischiffige Basilika und besitzt neoromanische Architektur.
Zum Klosterparkfest übergab die Hünfelder Drescher/Taubert-Stiftung eine großzügige Spende an die Ordensgemeinschaft zur Unterstützung ihrer weltweiten Missionsprojekte und der älteren Patres vor Ort. Einen Scheck in Höhe von 36 000 Euro konnte der Vorsitzende der Stiftung, Dr. Eberhard Fennel, gemeinsam mit seinem Stellvertreter Bruder Karl Thier, sowie den Vorstandmitgliedern Bürgermeister Benjamin Tschesnok und Martin Will überreichen. Den Eheleuten Taubert, die diese Stiftung errichtet hatten, lag das Hünfelder Kloster sehr am Herzen, betonte Fennel. Deshalb hätten sie schon zu Lebzeiten die Oblaten immer wieder unterstützt. Er freue sich, dass Pater Felix in Hünfeld bleibe und dieses wichtige Amt übernommen habe.
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